Neues Selbstverständnis

Vor einiger Zeit haben wir uns eine neues Selbstverständnis gegeben, welches wie folgt lautet:

Der antifaschistische Stammtisch ist ein offenes Treffen, zu dem alle eingeladen sind, die sich antifaschistisch engagieren wollen. Alle zwei Wochen treffen wir uns in gemütlicher Runde, um bei leckerem Essen und Trinken gemeinsam zu überlegen, was wir Nazis und Rassist_innen entgegensetzen können.

Dabei sind unsere Aktionsformen vielfältig: Wir veranstalten Diskussionen, Vorträge und Filmabende, informieren uns und andere über Naziaktivitäten in der Region und tauschen uns über Möglichkeiten der antifaschistischen und antirassistischen Arbeit aus. Wir schreiben, diskutieren und verteilen Flugblätter, organisieren Demonstrationen und fahren auch mal gemeinsam ins Umland oder in andere Städte, um dort ansässige Antifa-Strukturen zu unterstützen.

Wir versuchen, den Rechten den öffentlichen Raum streitig zu machen: Mit Aufklärung und Blockaden, mit Demonstrationen und Veranstaltungen. Unser Ziel ist es, mit möglichst vielen Menschen eine praktische antifaschistische Arbeit zu entwickeln, mit der wir die Rechten zurückdrängen oder dafür sorgen, dass sie sich gar nicht erst breit machen können.

Dabei sind wir strömungsübergreifend aktiv. Uns eint die Ablehnung jeglichen menschenverachtenden Gedankenguts und jeder Form von Diskriminierung, sowie die Überzeugung, dass nur ein Bruch mit dem kapitalistischen System Faschismus und Rassismus in letzter Instanz beseitigen kann. Daher ist Antifaschismus für uns auch kein isoliertes Politikfeld neben anderen. So versuchen wir immer auch globale Zusammenhänge mitzudenken und beziehen uns positiv auf fortschrittliche Kämpfe weltweit, beispielsweise in Rojava. Wir sind uns bewusst, dass Sexismus in der Gesellschaft längst nicht überwunden ist. Auch in der antifaschistischen Bewegung ist dies nicht der Fall. Daher möchten wir bei unseren Treffen einen Raum schaffen, in dem Geschlechterrollen aufgebrochen werden.

Also kommt vorbei beim nächsten Antifaschistischen Stammtisch München! Lernen wir uns kennen, informieren wir uns, diskutieren wir und entfalten wir gemeinsam Aktivitäten, um den Antifaschismus wieder in die Offensive zu bringen.

Vortrag – Die Identitäre Bewegung in München

ib-vortrag

Der nächste Stammtisch findet nächsten Dienstag , den 14.03 ab 19.00h statt und die Genoss_innen vom Antifaschistischen Aufbau München werden einen Vortrag über die Identitäre Bewegung und ihre Strukturen in München halten.

Für lecker Essen und kühle Getränke ist gesorgt!

Kommt vorbei!

PM: Kriminalisierung eines Aktivisten des „Refugee Struggle for Freedom“

Bei der Demo gegen das sogenannte bayerische „Integrationsgesetz“ am 22.10.2016 gingen in München etwa 3000 Menschen für Solidarität statt Ausgrenzung auf die Straße. Es beteiligten sich auch viele Aktivist_innen des „Refugee Struggle for Freedom“, unter anderem unser Freund Arrash. Der „Refugee Struggle for Freedom“ ist ein selbstorganisierter Protest von geflüchteten Menschen, welche unter anderem für die Anerkennung ihrer Asylanträge, den Stopp von Abschiebungen und gleiche Rechte für alle Menschen kämpfen. Bereits vor der Auftaktkundgebung sah sich diese Gruppe schikanösen Vorkontrollen ausgesetzt.

Während der Abschlusskundgebung wurde Arrash schließlich brutal festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, Pyrotechnik gezündet zu haben. Außerdem soll er mit einer Fahnenstange und der genannten Pyrotechnik versucht haben, Einsatzkräfte der Polizei zu verletzen. Tatsache ist, dass Arrash zu dem fraglichen Zeitpunkt durch dutzende Einsatzkräfte vom antikapitalistischen Block getrennt war. Dieser Block war der einzige Bereich der Demo, aus dem für kurze Zeit pyrotechnischer Rauch aufstieg. Die Aktivist_innen des „Refugee Struggle for Freedom“ liefen vor dem antikapitalistischen Block. In diesem Bereich der Demo wurde zu keinem Zeitpunkt Pyrotechnik gezündet. Arrash führte auch keine Fahne mit sich.

Es ist offensichtlich, dass Arrash stellvertretend für den selbstorganisierten „Refugee Struggle for Freedom“ – Protest kriminalisiert werden soll. Menschen, die sich nicht widerstandslos der deutschen Abschiebe- und Ausgrenzungspolitik beugen, sollen eingeschüchtert und der Protest im Keim erstickt werden. Dafür scheinen der bayerischen Polizei und Politik auch absurd konstruierte Vorwürfe recht zu sein.

Die Pegida-Aufmärsche werden von der Polizei seit fast zwei Jahren gewaltsam durchgesetzt. Dank dieser Politik können Nazis wöchentlich durch München laufen. Menschenfeindliche Einstellungen wie Rassismus und Antisemitismus gehören wieder zum Stadtbild. Gleichzeitig werden Antifaschist_innen und Geflüchtete mit allen erdenklichen Mitteln kriminalisiert. Und wenn es keinen Anlass gibt, wird sich eben einer konstruiert. Wir sind solidarisch mit unserem Freund und Genossen. Der lächerliche Vorwurf gegen Arrash muss fallen gelassen werden!

Einige Gruppen des Antikapitalistischen Blocks

Spontandemonstration nach Anschlägen in Dresden

Mit einer spontan organisierten Demonstration haben Münchner Antifaschist_innen am Dienstag, den 27.09., auf die rechten Anschläge in Dresden reagiert. Knapp 60 Menschen zogen mit Transparenten und Parolen vom Münchner Stachus zu Georg-Freundorfer-Platz.

Mobilisiert wurde unter dem Motto „Rechten Terror bekämpfen“. Die Stimmung war kämpferisch, durchgehend wurden Parolen gerufen und die Passant_innen über das Anliegen der Demonstration informiert.

Es wurden Reden von „Waffen der Kritik München“, dem „Antifaschistischen Stammtisch München“, „deconstruct reality“ sowie dem „Antifaschistischen Aufbau München“ gehalten.

Im folgenden die Rede des „Antifaschistischen Stammtisch München“:

(mehr…)

Soliparty des Antifaschistischen Stammtischs München

Woche für Woche stellen sich Antifaschist_innen immer wieder derselben Pegida Scheisse in den Weg. Da dies Repression nach sich zieht lädt der antifaschistische Stammtisch zur Soliparty am 1.10 im Kafé Marat (Thalkirchnerstraße 102) zu feinstem Punk aus Serbien und lokalen Acts ein. Danach geben sich Dj Mike Sunshine und Dj John Steam die Ehre und lassen mit Deutschpunk und dem dazugehörigen Dosenbier und Pfeffi den Abend ausklingen.

Es spielen:

Atheist Rap (Punkrock | Novi Sad)
Ämbonker (Hardcore Punk | München)
Digitalbox (Punk | Dachau)
Dankeschatz (Punkrock | München)

Los geht’s um 21:00 Uhr. Es gibt veganes Essen.

[Flyer] Warum wir es wichtig finden, Nazis zu blockieren

Wir stürmen auf die Straße, größtenteils schwarz gekleidet, entrollen Transparente und brüllen Parolen. Dass das nicht immer schön aussieht, wissen wir. Warum machen wir es also?

blockade

Uns geht es darum, Pegida zu blockieren. Pegida, die immer noch jeden Montag mit ihren menschenverachtenden Parolen durch München ziehen und gegen Geflüchtete und den Islam hetzen. Wir wollen ihnen nicht die Straße überlassen. Deswegen setzen wir uns vor sie auf den Boden. Damit sie nicht weiterlaufen können. Damit zeigen wir: Rassismus bleibt in München nicht unwidersprochen.
(mehr…)

Prozess wegen Plastikfolie

antirep1

Teil 2 (05.08.2016):

Zuschauer packen Poppcorn aus und beginnen zu essen. So beginnen wohl nicht viele Prozesse vor dem Amtsgericht Frankfurt. Die Zuschauer machen klar, dass sie von der Amtsrichterin nicht viel erwarten. Die Amtsrichterin rügt die Zuschauer und wird an diesem Tag noch mehrere des Raumes verweisen. Viel los in einem Prozess, der wegen eines kleinen Stücks Plastik geführt wird.

Wie bereits berichtet, läuft derzeit vor dem Amtsgericht Frankfurt ein Prozess gegen eine Aktivistin wegen des Tragens einer Plastikfolie auf dem Kopf. Der Vorwurf heißt juristisch „Schutzbewaffnung“, die Plastikfolie soll, nach Ansicht der Staatsanwaltschaft, geeignet und bestimmt sein, AktivistInnen vor Pfefferspray zu schützen. Letzten Freitag ging der Prozess in die zweite Runde und endete mit einer Verurteilung. Das wird jedoch nicht das Ende sein.

Der Prozess ist Teil einer ganzen Reihe von Prozessen, die gerade wegen den Protesten gegen die EZB-Eröffnung geführt werden.

Nur eine Zeugin ist geladen. Sie arbeitet beim Frankfurter Staatsschutz und hat die Videoauswertung betrieben. Vor Ort war sie nicht, sie kann auch nichts darüber sagen, wie genau so ein Stück Plastik eigentlich vor Pfefferspray schützt, ausprobiert habe man das nicht.

Der Richterin war dies auch ersichtlich egal. Sie wollte verurteilen und den Fall endlich vom Tisch haben. Einfach wurde es ihr aber nicht gemacht. Einige solidarische Menschen aus München und Frankfurt sind gekommen um nicht nur still zuzusehen, sondern durchaus auch, um ihre Meinung im Prozess kundzutun.

So gibt es ein paar kritische Kommentare, bei manchen Ausführungen können sich einige ein Lachen nicht verkneifen und es wird immer wieder Popcorn gegessen. Die Richterin wirft 4 Zuschauer raus, einer geht freiwilig, die dpa wird später von „Tumulten“ im Gerichtssaal schreiben. Solidarität im Gerichtssaal würden wir das nennen.

Am Ende wird die Aktivistin zu 30 Tagessätzen Geldstrafe verurteilt. Sie hat bereits angekündigt, das nicht auf sich sitzen zu lassen, also freuen wir uns auf eine weitere Anreise nach Frankfurt. Auf der Solidaritätskundgebung an der Zeil wurde bereits angekündigt: Nächstes mal werden wir noch mehr.
(mehr…)

Kurzbericht – Demo gegen das Integrationsgesetz

Ein breites Bündnis von Gewerkschaften und Parteien rief zum 19.6. zu einer Demonstration gegen das geplante bayrische Integrationsgesetz auf.
Integrationsgesetz Fronttranspi
Wir beteiligten uns als Antifaschistischer Stammtisch am Aufruf zu einem antikapitalistischen Block um auch auf die menschenverachtende Asylpolitik von SPD und Grünen hinzuweisen und ein klares Zeichen gegen Rassismus und Ausbeutung zu setzen.
(mehr…)

Antikapitalistischer Block auf der Demo gegen das „bayerische Integrationsgesetz“

Ein Angriff auf uns Alle!
fische2

Das sogenannte bayerische „Integrationsgesetz“ grenzt aus. Es soll alle hier lebenden Menschen auf eine nicht weiter definierte Leitkultur verpflichten und kriminalisiert Geflüchtete. Es entzieht Kindern von Asylsuchenden das Recht auf Bildung, indem es für sie die Schulpflicht aussetzt. Es verbietet jegliche Form des politischen Widerspruchs gegen die herrschende Ordnung und verhindert damit de facto gesellschaftlichen Fortschritt. Wer für irgendeine andere als die herrschende Gesellschaftsordnung eintritt, könnte sich in Zukunft in einem staatlichen politischen Erziehungskurs wiederfinden, oder mit einer Geldbuße bis zu 50.000€ belegt werden.

(mehr…)

öffentliches Blockadetraining und „Was tun wenn’s brennt“ Vortrag

Seit nun über einem Jahr hetzen die Rassisten von MÜGIDA über BAGIDA bis PEGIDA nun regelmäßig in der Öffentlichkeit. Montag für Montag marschieren sie durch die Münchner Innenstadt. Dabei konnten die Aufmärsche der Rechten, bis auf einzelne Ausnahme, kaum verhindert werden. Der anfänglich massive Widerstand von bis zu 20.000 Menschen, ist schon nach einigen Wochen auf wenige Hundert geschrumpft.

PEGIDA hingegen kann braunes Gedankengut fast ungestört in die Mitte der Gesellschaft tragen. So verwundert es nicht, wenn wieder Flüchtlingsheime brennen, rassistische Gewalt zum Alltag wird und rechte Parteien, wie die AfD, in die Parlamente ziehen. Der Rechtsruck, der Europa vor ein paar Jahren erfasst hat, ist jetzt in vollem Maße auch in Deutschland angekommen.

Umso wichtiger ist es den Faschisten etwas entgegen zu setzen. Obwohl der anfänglich groß und breit aufgestellte Gegenprotest bald nachgelassen hat, sind wir sehr erfreut, wie viele, vor allem junge Menschen, sich immer noch Montag für Montag PEGIDA in den Weg stellen. Dass die Rechten trotz diesem motivierten AntifaschistInnen immer noch laufen können, liegt vor allem an dem harten Durchgreifen der Polizei gegen AntifaschistInnen. Den Nazis wird der Weg frei geprügelt, friedliche Sitzblockaden gewaltsam geräumt und AntifaschistInnen mit Ermittlungsverfahren, Strafbefehlen und Prozessen überzogen.

Menschen die sich gegen Nazis, Rassismus und für eine befreite Gesellschaft einsetzen, werden schnell Ziel von Polizei und Staatsanwaltschaft. Die
Solidaritätsorganisation „Rote Hilfe“ erklärt deshalb in ihrem Vortrag „Was tun wenn‘s brennt?“ welche Möglichkeiten es gibt Repression zu vermeiden und sich im Zweifel solidarisch dagegen zu wehren.

Um den Gegenprotest noch effektiver zu gestalten, müssen wir in wieder organisieren und dafür trainieren.

Deshalb: Kommt alle zum Blockadetraining! Wir üben gemeinsam die besten Strategien für Sitzblockaden, proben Verhalten bei drohenden Räumungen
und lernen von erfahrenen TrainerInnen. Bringt festes Schuhwerk, eine Plastik-Wasserflasche und etwas, worauf ihr sitzen wollt, mit. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich und kosten tut’s natürlich auch nichts.

Rote Hilfe Vortrag
28.05.2016, 11:00 Uhr, Kurt-Eisner-Verein (KEV), Westendstraße 19

Blockadetraining
28.05.2016, 14:00 Uhr, Candidplatz