Spontandemonstration nach Anschlägen in Dresden

Mit einer spontan organisierten Demonstration haben Münchner Antifaschist_innen am Dienstag, den 27.09., auf die rechten Anschläge in Dresden reagiert. Knapp 60 Menschen zogen mit Transparenten und Parolen vom Münchner Stachus zu Georg-Freundorfer-Platz.

Mobilisiert wurde unter dem Motto „Rechten Terror bekämpfen“. Die Stimmung war kämpferisch, durchgehend wurden Parolen gerufen und die Passant_innen über das Anliegen der Demonstration informiert.

Es wurden Reden von „Waffen der Kritik München“, dem „Antifaschistischen Stammtisch München“, „deconstruct reality“ sowie dem „Antifaschistischen Aufbau München“ gehalten.

Im folgenden die Rede des „Antifaschistischen Stammtisch München“:

Der rechte Terror ist längst in Deutschland weit verbreitet und geht weit über die „NSU-Morde“ hinaus. Im Juli diesen Jahres hat ein 18-jähriger, der „stolz war, am gleichen Tag wie Hitler geboren zu sein“, 9 Menschen umgebracht, die meisten davon mit Migrationshintergrund.

Täglich gibt es Angriffe auf Geflüchtetenunterkünfte. Rassistische Angriffe sind in Deutschland wieder zum Alltag geworden. 2015 ab es mehr als 1000 rassistische Angriffe auf Geflüchtetenunterkünfte und 2016 ist die Tendenz steigend.

Gestern gab es in Dresden zwei Bombenanschläge, einer davon auf eine Moschee. Zur Zeit des Anschlags befanden sich mehrere Menschen in der Moschee und ihr möglicher Tod wurde billigend in Kauf genommen. So kann man also nicht nur von einem Bombenanschlag, sondern von einem Mordversuch sprechen.

Die AfD hetzt täglich gegen Geflüchtete und will NS-Slogans, wie „völkisch“, endlich wieder positiv besetzen. Die CSU hetzt gegen gut integrierte Senegalesen und schreibt ein passendes, rassitisches Integrationsgesetz. Die rassistische Bewegung „PEGIDA“ geht Woche für Woche auf die Straße und wirbt, wie gestern hier in München dafür, Geflüchteten „eins übers Fell zu ziehen“ und in Bautzen gehen Rassist*innen auf Geflüchtete los, zünden Unterkünfte an oder sprengen, wie in Dresden gestern, Bomben.

Wir sind heute hier, um gegen diese rassistische Politik, sowie den extremen Rechtsruck in Deuschland auf die Straße zu gehen. Wir solidarisieren uns mit allen Geflüchteten die zu uns kommen und sagen: Kein Fussbreit den Faschisten, nicht und München und nirgends sonst!